Rhythmus des Nichts

In seinem Text «Vortrag über Nichts» benutzt John Cage u.a. Wiederholungen und inhaltslos wirkende Passagen als Mittel, um das «Nichts» erfahrbar zu machen. Die Struktur verweist außerdem auf eine Ähnlichkeit zur Musik. Der Text kann als komponiertes Gespräch aufgefasst werden, bei dem gleiche rhythmische Strukturen wie in Cages musikalischen Kompositionen angewandt werden. Meine Arbeit macht die sich wiederholenden Strukturen innerhalb des Textes sichtbar. Sie besteht aus einem Buch und einer Sound-Installation.

Der Text wird in vierzig Wortgruppen eingeteilt: Die erste Gruppe beinhaltet alle Wörter, die fünf mal vorkommen, die zweite Gruppe alle Wörter die sechs mal vorkommen, die dritte alle die sieben mal vorkommen, usw. Die Lautstärke im Raum bestimmt, welche Wortgruppen sichtbar werden — Je lauter es wird, desto mehr Wortgruppen überlagern sich. Die Monospace-Schrift unterstützt den visuellen Eindruck eines rhythmischen Musters und erinnert an Cages Mesostics. Das Buch bietet im Gegensatz zu der Installation die Möglichkeit, die verschiedenen Wortgruppen auch getrennt von einander zu betrachten. Zur Umsetzung der Installation wurde die Programmiersprache Processing verwendet, für das Heft kam ein Indesign Script zum Einsatz.

Das Projekt entstand während eines Typografiekurses an der HAW Hamburg und wurde von Prof. Heike Grebin und Christoph Lohse betreut. Schwerpunkt war unter anderem ein systematischer und generativer Ansatz in der Gestaltung.